Luftbild des Radhošť-Gipfels mit der Kapelle der hll. Cyrill und Method und dem Sendeturm

Mährens höchster Wallfahrtsort • 1.129 m ü. M.

Radhošť mit der Kapelle der hll. Cyrill und Method

Eine regionale Legende verbindet den Berg mit Radegast und den Slawenaposteln.

Berg, Kapelle, Figurengruppe

Wallfahrtsort Radhošť. Seit 1898 prägt Tschechiens höchstgelegene Kirche den Gipfel – die schindelverkleidete Kapelle der hll. Cyrill und Method. Daneben stehen die Figurengruppe der Slawenapostel und ein Steinkreuz, etwas weiter ein Fernsehsender.Der Radhošť vereint heidnischen Mythos, Wallfahrtstradition und walachischen Eigensinn. Ohne Letzteren hätte der Berg keine Kapelle.

Kapelle der hll. Cyrill und Method von der Seite, mit Sender und Steinkreuz vor dem Eingang
Schindelverkleidete Kapelle mit Glockenturm und Steinkreuz vor dem Eingang – wechseln Sie die Ansicht

Warum zum Radhošť

Ein Berg, eine gemeinsame Geschichte

Kapelle, Figurengruppe und Radegast-Statue auf dem Kamm verbindet die Legende von Radegast und den Slawenaposteln. Sie gewann an Kraft durch die Tausendjahrfeier der Ankunft Cyrills und Methods in Mähren und die Begeisterung der tschechischen Nationalbewegung.

Wann aufbrechen

Ganzjährig, Hauptwallfahrt am 5. Juli

Der Kamm ist ganzjährig begehbar. Die Kapelle öffnet unregelmäßig – je nach Wetter und Ehrenamtlichen (Aktuelles bei Matice Radhošťská). Am meisten los ist bei der Wallfahrt zu Ehren Cyrills und Methods am 5. Juli.

Nicht verpassen

Glasmalereien und Blick vom Glockenturm

Acht bunte Fenster zeigen Szenen aus dem Leben der Slawenapostel und vier Landespatrone. Ist auch der Glockenturm offen, steigen Sie ins zweite Stockwerk – über den Baumkronen reicht der Blick weiter als vom Kamm.

Der Berg Radhošť

Rundblick vom westlichsten Tausender der Beskiden

Radhošť mit der Kapelle der hll. Cyrill und Method - Aussicht360°

360°-Blick vom Radhošť-Gipfel – ziehen Sie das Bild, um sich bei der Kapelle und über den Bäumen umzusehen.

Die Geschichte des Radhošť

Von einer barocken Legende über 36 Jahre Bemühungen bis zu einer Glocke, deren Geheimnis zwei Männer mit ins Grab nahmen.

Berg und Sage

Zuerst war hier Radegast

Der Sage nach ist der Radhošť Sitz Radegasts, des slawischen heidnischen Gottes der Sonne, Fülle und Ernte. Cyrill und Method sollen hierhergekommen sein, um sein Götzenbild zu stürzen – dort oben, wo heute die Kapelle steht.

Die Legende erfand 1710 der Historiker Jan Jiří Středovský. Sie fand Anklang, weitere Autoren bauten sie aus. Sie gab den Anstoß zum Bau der Kapelle und zu Polášeks Radegast-Statue.

Sage aufklappenetwa 5 Minuten Lesezeit

Einst, als Gebete statt Karten den Weg durch die Berge wiesen, soll auf dem Radhošť ein goldener Radegast gestanden haben. Der Gott der Sonne, Ernte und Gastfreundschaft blickte vom höchsten Punkt der Gegend auf Täler voller Herdrauch. Bergbewohner stiegen mit Opfergaben hinauf: Honig, Korn, der ersten Frühlingsmilch. Um das Götzenbild brannte ein Feuer, das nie erlöschen durfte. Zur Sommersonnenwende wurde oben getanzt und einem weißen Stier geopfert.

Der Berg selbst soll hohl gewesen sein. Unter Weiden und Buchenwäldern lagen Gänge und Säle, in denen Radegasts Priester Schätze aus der ganzen Mährischen Walachei hüteten. Dort, im Dunkel unter dem Gipfel, verbargen sie das goldene Götzenbild, als sich von Velehrad die Nachricht eines neuen Glaubens verbreitete.

Die Nachricht trug zwei Namen: Cyrill und Method. Die Brüder aus Thessaloniki brachten Schrift und Wort nach Mähren und sollen bis zum Fuß des Radhošť gelangt sein. Der Sage nach nächtigten sie im Tal an einer Quelle. Als morgens der Nebel aufriss, sahen sie oben das goldene Götzenbild glänzen. Sie stiegen auf dem Pfad hinauf, den heute jeder Pilger von Pustevny nimmt. Menschen aus dem Vorland folgten ihnen, neugierig, wer sich oben mit wem messen würde.

Oben soll Method lange geschwiegen haben. Dann sagte er den Bergbewohnern, er nehme ihnen weder Berg noch Feuer noch Lieder – nur das Götzenbild, das nehme und nichts gebe. Radegasts Statue wurde vom Felsen gestürzt. Ihr Schicksal wird zweifach erzählt: Sie sei ins Tal gerollt und liege bis heute moosbedeckt in einer Schlucht. Oder die Priester hätten sie noch ins Berginnere getragen und den Eingang verschüttet. An der Opferstätte errichteten die Brüder ein Kreuz – das erste der Kreuze, die jahrhundertelang auf dem Gipfel standen, bevor die heutige Kapelle entstand.

Doch Radegast verschwand, wie so viele alte Götter, nie ganz. Es heißt, er wohne in den unterirdischen Sälen und bewache den Schatz, der bei ihm geblieben sei. Die Eingänge zu seinem Reich kenne nur der Berg selbst. Mal öffnen sie sich in der Cyrilka, einer langen Spaltenhöhle knapp unter dem Kamm, mal in der Volářka unter dem Gipfel. Hirten erzählten von Löchern, in denen ein hineingeworfener Stein endlos falle, ohne hörbar den Grund zu erreichen. Bei schweren Gewittern dröhne der Berg, als wälze sich etwas Schweres in der Tiefe.

Der Schatz öffnet sich, so heißt es, einmal jährlich: am Karfreitag, wenn in den Kirchen die Passion gelesen wird – Christi biblische Leidensgeschichte. Wer dann den Eingang findet, darf sich die Hände füllen, aber weder sprechen noch zurückblicken. Ein Bauer aus Bečva soll das Gold gefunden haben. Am Ausgang fiel ihm seine drinnen vergessene Mütze ein. Er blickte zurück, der Fels schloss sich. Lebenslang kam er jeden Karfreitag zum Berg und wartete, ob er sich nochmals öffnete. Er öffnete sich nie mehr.

Bei der Kapellenweihe 1898 sollen alte Leute aus Trojanovice gesagt haben, der Berg habe endlich Frieden gefunden: oben Kreuz und Glocke, unten im Dunkeln der alte Gott. Dazwischen der Kamm, über den bis heute Menschen hinaufsteigen, zum einen oder zum anderen. Der Berg, so scheint es, trägt beide.

Jan Jiří Středovský hielt die barocke Legende als Erster fest. Sie ist in vielen späteren Fassungen überliefert, aber keine historische Quelle.

Wie die Kapelle entstand

36 Jahre von der Idee bis zur Kapelle

1862 fand auf dem Radhošť eine Wallfahrt mit patriotischer Kundgebung zum bevorstehenden tausendsten Jahrestag der Ankunft Cyrills und Methods in Mähren statt. Damals kam erstmals der Vorschlag auf, oben ein Denkmal zu errichten – die spätere Kapelle. Die erste Sammlung brachte 120 Gulden, dann ruhte sie viele Jahre.

Die Sammlung wurde erst 1881 wieder aufgenommen. Auf Hynek Fialkas Vorschlag beschloss der Verein Občanská beseda in Frenštát den Kapellenbau auf dem Gipfel. Ein vom Verein eigens gebildeter Bauausschuss übernahm die Vorbereitung. Entscheidend war auch Adolf Liebschers Triptychon Valašská madona (Walachische Madonna): 1895 zog es im eigenen Pavillon der Prager Volkskundeausstellung Národopisná výstava českoslovanská die Massen an. Liebscher verkaufte es dem Ausschuss weit unter Wert und eine Wanderausstellung durch Böhmen und Mähren brachte dank des Prager Ruhms weitere 6.000 Gulden ein, fast ein Drittel der Gesamtkosten.

Die Grundstücke stifteten Erzbischof Theodor Kohn (Seite von Trojanovice) und Graf Rudolf Kinsky (Seite von Dolní Bečva). So steht die Kapelle bewusst auf der Grenze zweier Gemarkungen – halb auf Rožnover, halb auf Frenštáter Seite. Durch ihre Mitte verlaufen auch die europäische Hauptwasserscheide zwischen Ostsee und Schwarzem Meer sowie die Grenze zwischen den Regionen Zlín und Mähren-Schlesien.

Zum Vergleich: Eine Kuh kostete um 1900 etwa 200–250 Gulden.

Kapelle der hll. Cyrill und Method mit der Figurengruppe der Slawenapostel auf dem Radhošť aus der Vogelperspektive
Die Kapelle heute – auf einem Grundstück, das zwei Herrschaften genau an ihrer Grenze stifteten.

Der Bau im Wandel

Warum eine Steinkapelle Holz trägt

Aus dem Bauausschuss wurde 1905 der ehrenamtliche Verein Matice Radhošťská. Er betreut und öffnet die Kapelle bis heute – mit einer erzwungenen Pause von 1951 bis 1994, als der Verein aufgelöst war.

Der Bau von Architekt Felix Skibiňský war ursprünglich weiß verputzt und trug eine byzantinische Kuppel. Das Bergwetter durchnässte jedoch das Mauerwerk. Deshalb erhielt die Kapelle 1924–1926 eine Hülle aus imprägnierten Holzschindeln und einen hölzernen Glockenturm mit Schindeldach. So bekam der byzantinische Steinbau seine heutige Gestalt.

Um die Jahrtausendwende wurde der Holzglockenturm erneuert. Die Zimmerleute nutzten alte Verfahren: Geschnitzte Säulen und handbehauene Balken gleichen den alten bis ins Detail. Einheimische stifteten Holz aus ihren Wäldern. In einen Balken schnitzten die Zimmerleute „Valaši sobě“ – „Walachen für sich selbst“.

Kapelle der hll. Cyrill und Method mit Sender, im Sommer vom Zugangsweg aus gesehenSchindelverkleidete Kapelle der hll. Cyrill und Method mit GlockenturmWinter 2011Sommer 2026
Kapelle und Sender vom Zugangsweg aus – ziehen Sie den Regler zwischen Sommer und Winter. Eine Imprägnierung schützt die Schindeln. Sie lässt das Holz regelmäßig die Farbe wechseln: Frisch gestrichen ist es dunkel, dann bleichen Regen und Sonne es bis zur nächsten Behandlung aus.Foto winter 2011: Valtameri, Wikimedia Commons, CC BY 3.0, Ausschnitt

Die Glocke im Turm

Zwei Kriege überstanden – wie, weiß niemand

Die Glocke ist älter als die Kapelle. Der Frenštáter Fabrikant Josef Calasanz Bumbala und seine Frau Josefa ließen sie 1896 gießen – zwei Jahre vor der Kapellenweihe. Zunächst hing sie im kleinen offenen Glockentürmchen über der Fassade des Steinbaus. Erst beim Umbau 1924–1926 kam sie in den heutigen Holzturm. Neben den Slawenaposteln ist sie dem hl. Josef von Calasanz geweiht, dem Gründer der Piaristenschulen und Namenspatron des Stifters.

Ein Rätsel bleibt: Wie überstand die Glocke beide Weltkriege? Damals wurden selbst Glocken bedeutenderer Kirchen beschlagnahmt und eingeschmolzen. Die Glocke auf dem Radhošť erklingt bis heute. Wie sie zweimal gerettet wurde, nahmen die damaligen Vereinsvorsitzenden Emil Kostelník und Dekan Medard Horák mit ins Grab.

Kapelle der hll. Cyrill und Method mit dem schindelgedeckten Turm, in dem die Glocke hängt
Die Glocke hängt im Turmanbau von 1924–1926.

In einen Balken des Glockenturms geschnitzt

„Valaši sobě“ – „Walachen für sich selbst“

Um die Jahrtausendwende brauchte der Glockenturm eine Erneuerung. Einheimische stifteten Holz aus ihren Wäldern – wie schon hundert Jahre zuvor, als Spenden und Sammlungen den Kapellenbau ermöglichten.

Foto: Jiri Roznovjak, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, výřez

Das Steinkreuz

Der älteste Zeuge auf dem Gipfel

Das älteste Objekt auf dem Gipfel ist das Steinkreuz. Der Rožnover Bürger Michal Janík ließ es 1805 anstelle eines älteren Holzkreuzes errichten. Seit 1735 standen nacheinander mehrere Kreuze an dieser Stelle. Janíks Kreuz ist das letzte und blieb über hundert Jahre am ursprünglichen Platz. Auch Svatopluk Čech erwähnt es in Vzpomínky z cest a života. Er besuchte den Radhošť 1881.

1930 wurde an seiner Stelle Polášeks bronzene Figurengruppe errichtet. Das Kreuz kam vor den Kapelleneingang und steht dort bis heute. Die Inschrift am Sockel ist in den Stein gehauen und farbig hervorgehoben.

Michal Janíks Steinkreuz von 1805 mit vergoldetem Christus vor dem Kapelleneingang

Figurengruppe der Slawenapostel

Geschenk eines in Amerika berühmt gewordenen Bildhauers

Albín Polášek aus Frenštát war arm und unbekannt. In Amerika stieg er zu einem der angesehensten Bildhauer seiner Zeit auf. Als Professor leitete er die Bildhauerei am Art Institute in Chicago. Seine Denkmäler schmücken bis heute US-Städte.

1930 schenkte er dem Verein Matice Radhošťská die bronzene Figurengruppe der Slawenapostel – ausdrücklich „nur für den Berg Radhošť, zum ewigen Gedenken für alle Nachkommen“. Das Marmororiginal entstand wenige Jahre zuvor für die Kathedrale im amerikanischen Saint Paul und steht noch dort. Die in der Tschechoslowakei gegossene Bronzekopie ließ er zusammen mit seiner Radegast-Statue auf den Radhošť bringen. Diese schenkte er dem Verein Pohorská jednota Radhošť. Beide Werke wurden bei der Slawischen Wallfahrt am 5.7.1931 enthüllt.

Cyrill hält ein offenes Buch mit einem längeren Auszug vom Anfang des Johannesevangeliums in gemischter glagolitischer und kyrillischer Schrift. Method hebt ein byzantinisches Kreuz mit drei Querbalken. Bewusst formte Polášek die sehnigen Hände als Hände arbeitender Männer.

„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Es war im Anfang bei Gott. Alles entstand durch es, und ohne es entstand nichts von dem, was ist. In ihm war das Leben.“Anfang des Johannesevangeliums in gemischter glagolitischer und kyrillischer Schrift

Fast jedes Jahr kehrte Polášek heim. Im Alter wollte er sich dort dauerhaft niederlassen. Nach dem kommunistischen Umsturz 1948 kam er jedoch nie mehr in seine Heimat zurück. Er starb am 19.5.1965 in Winter Park in Florida.

Höhe der Figurengruppe
2,60 m
hohler Bronzeguss
800 kg
Granitsockel
1,60 m
Albín Polášeks bronzene Figurengruppe der hll. Cyrill und Method vor der Kapelle
Die Figurengruppe steht an der Stelle von Janíks Kreuz von 1805 – wechseln Sie zur Nahaufnahme des Buches mit glagolitischem und kyrillischem Text

Fernsehsender

Das Signal, auf das Rožnov jahrzehntelang wartete

In Rožnov pod Radhoštěm wurden im Staatsbetrieb Tesla Rožnov seit den 1950er Jahren Fernsehbildröhren montiert. Guter Fernsehempfang fehlte der Region jedoch. Die Antenne auf dem nahen Hradisko (522 m ü. M.) reichte dafür nicht aus. Abhilfe schuf ein Sender direkt auf dem Radhošť. Er wurde im September 1966 nahe der Kapelle errichtet. Dort hatte zuvor eine Wanderunterkunft gestanden, älter als die Kapelle selbst. Hier konnten Besucher unter anderem den Kapellenschlüssel ausleihen. Das Betonfundament des ersten Senders mit eingehauener Jahreszahl liegt noch dort.

Der erste Sender von 1966 war ein Provisorium. 1985 ersetzte ihn eine leistungsstärkere Anlage für Fernsehen, Radio und den damaligen Telefonverkehr. Beim Umbau 1997 wurde der Antennenträger um 22 Meter auf heute 59,3 m erhöht. Seine Spitze liegt damit auf 1.177,8 m ü. M., fast 49 Meter über dem Berggipfel. Der Sender bildet dessen zweite markante Silhouette.

Luftbild des Radhošť-Gipfels mit Kapelle, Figurengruppe und Fernsehsender
Zeitleiste

Die ganze Geschichte in Daten

  1. Radegast und die Kreuze1710–1862

    1. 1710

      Die Radhošť-Legende entsteht

      Historiker Jan Jiří Středovský erfindet die Geschichte vom heidnischen Radegast und Cyrills und Methods Ankunft auf dem Radhošť. Die Legende findet Anklang, schlägt Wurzeln und inspiriert später Kapelle und Radegast-Statue.

    2. 1735

      Erstes Kreuz auf dem Gipfel

      Ein Holzkreuz steht auf dem Radhošť-Gipfel – das erste christliche Symbol auf dem Berg, der mit dem heidnischen Radegast verbunden wird.

    3. 1805

      Michal Janíks Steinkreuz

      Der Rožnover Bürger Michal Janík lässt das Holzkreuz durch ein Steinkreuz ersetzen. 1808 vom Sturm umgeworfen und wieder aufgerichtet, bleibt es über hundert Jahre auf dem Gipfel.

    4. 1862

      Nationalfest und erste Sammlung: 120 Gulden

      Bei einer Wallfahrt mit patriotischer Kundgebung vor dem tausendsten Jahrestag der Ankunft der Slawenapostel in Mähren wird erstmals öffentlich ein Denkmal vorgeschlagen. Das Fest bringt die ersten 120 Gulden für den Bau ein. Bis zur Umsetzung ist es noch ein weiter Weg.

  2. Der Weg zum Kapellenbau1881–1895

    1. 1881

      Hynek Fialkas Vorschlag

      Hynek Fialka schlägt im Frenštáter Verein Občanská beseda eine Kapelle auf dem Gipfel vor. Der Verein stimmt zu und macht aus der früheren allgemeinen Idee einen Bauplan. Eine neue Sammlung bringt 500 Gulden; die Kosten werden auf 10.000 geschätzt.

    2. 1888

      Graf Kinsky stiftet das Grundstück

      Rudolf Kinsky von der Herrschaft Rožnov stiftet Baugrund in der Gemarkung Dolní Bečva und Material für das Mauerwerk. Erzbischof Theodor Kohn ergänzt später Flächen in der Gemarkung Trojanovice. Die Kapelle soll bewusst halb auf Rožnover, halb auf Frenštáter Seite stehen.

    3. 1889–1895

      Emil Kostelník wird Ausschussvorsitzender

      Der Frenštáter Fabrikant Emil Kostelník übernimmt die Leitung des Bauausschusses. Dieser organisiert Sammlungen und bereitet den Bau vor. Bis dahin kommen 8.000 Gulden zusammen.

    4. 1895

      Valašská madona hilft beim Bau

      Adolf Liebschers Triptychon Valašská madona zieht im eigenen Pavillon auf der Prager Národopisná výstava českoslovanská die Massen an. Danach verkauft er es dem Ausschuss weit unter Wert: für 800 Gulden statt 4.000. Eine Wanderausstellung durch Böhmen und Mähren nutzt den Prager Ruhm und bringt weitere 6.000 Gulden.

  3. Bau der Kapelle1896–1898

    1. 5.7.1896

      Grundstein

      Am Festtag der Slawenapostel wird der Grundstein geweiht. Der Architekt Felix Skibiňský aus Kremsier entwirft die Steinkapelle im romanisch-byzantinischen Stil. Dieser verweist auf die byzantinische Herkunft der Brüder.

    2. 1896

      Eine Glocke älter als die Kapelle

      Der Frenštáter Fabrikant Josef Calasanz Bumbala und seine Frau Josefa lassen die Glocke gießen – zwei Jahre vor Fertigstellung des Baus. Dieselbe Glocke erklingt bis heute vom Berg.

    3. 11.9.1898

      Weihe

      Der Bau für 20.000 Gulden ist fertig. Theodor Kohn, Erzbischof von Olmütz, weiht die Kapelle feierlich und öffnet sie der Öffentlichkeit. Zum Vergleich: Eine Kuh kostete um 1900 etwa 200–250 Gulden. Die Baukosten entsprachen damit dem Preis von 80–100 Kühen.

  4. Die Kapelle im Wandel1904–1931

    1. 1904

      Seitenaltar für die Madonna

      Die Kapelle erhält rechts einen Seitenaltar für Liebschers Valašská madona. Der Hauptaltar aus Marmor stammt vom Bildhauer Neumann aus Kremsier.

    2. 1905

      Matice Radhošťská wird gegründet

      Der ehrenamtliche Verein setzt die Arbeit des Bauausschusses fort, betreut und öffnet die Kapelle und pflegt die Verehrung Cyrills und Methods. Mit einer erzwungenen Unterbrechung führt er diese Arbeit bis heute fort.

    3. 1924–1926

      Schindeln und Glockenturm

      Die weiße Steinkapelle wird feucht. Sie erhält deshalb eine Hülle aus imprägnierten Holzschindeln und einen hölzernen Glockenturmanbau. So entsteht ihre heutige Gestalt.

    4. 1930–1931

      Polášeks Figurengruppe

      Albín Polášek, ein aus Frenštát stammender und in den USA lebender Bildhauer, schenkt Matice Radhošťská die bronzene Figurengruppe der Slawenapostel. Sie ersetzt Janíks Kreuz, das vor den Kapelleneingang kommt.

  5. Die jüngere Erneuerung der Kapelle1951–2009

    1. 1951

      Matice Radhošťská aufgelöst

      Das kommunistische Regime löst den Verein auf. In den folgenden Jahrzehnten betreuen örtliche Ehrenamtliche die Kapelle außerhalb der bisherigen Vereinsstruktur.

    2. 1994

      Matice Radhošťská wiedergegründet

      Auf Initiative örtlicher Engagierter nimmt der Verein seine Arbeit wieder auf. Einer ist der Autodidakt František Gajdušek, Maler mehrerer neuerer Bilder in der Kapelle.

    3. 1995–2009

      Große Erneuerung der Kapelle

      Die Elektrik wird erneuert, die Kapelle grundlegend saniert und der Glockenturm restauriert (2000–2003). Zimmerleute schnitzen „Valaši sobě“ in einen Balken. Ein Altartisch aus Carrara-Marmor kommt hinzu, die Glasmalereien werden restauriert.

  6. Fernsehsender1966–1997

    1. 1966

      Sender neben der Kapelle

      Das Signal der Antenne auf dem nahen Hradisko reicht nicht aus. Deshalb entsteht ein Sender direkt auf dem Radhošť. Dem Bau weicht eine Wanderunterkunft, die älter als die Kapelle ist.

    2. 1985

      Leistungsstärkerer Ersatz

      Eine leistungsstärkere Anlage für Fernsehen, Radio und den damaligen Telefonverkehr ersetzt den provisorischen Sender.

    3. 1997

      Erneuter Umbau

      Der Sender wird technisch erneuert und bleibt neben der Kapelle die zweite markante Silhouette auf dem Gipfel.

Innenraum und Galerie

Kapelleninneres und Details aus der Nähe

Glasmalereien

Acht Fenster, drei Motivgruppen

Acht Fenster sind mit Glasmalereien geschmückt: zwei Szenen aus dem Leben Cyrills und Methods, vier Landespatrone und zwei Gebetstexte mit patriotischen Bezügen zur tschechischen Nationalbewegung.

Altäre

Ferdinand Neumanns Altar und der Altartisch

Den Hauptaltar meißelte der Bildhauer Neumann aus Kremsier beim Kapellenbau. Den Altartisch davor ließ Matice Radhošťská hundert Jahre später bei der großen Erneuerung aus Carrara-Marmor fertigen.

Valašská madona

Das Bild, das den Kapellenbau ermöglichte

Auf dem Seitenaltar hängt Otakar Pavlovskýs Kopie von Liebschers Triptychon. Das Original finden Sie in der Martinskirche in Frenštát. Seine Wanderausstellung trug wesentlich zu den Sammlungen für den Bau bei.

Interiér kaple sv. Cyrila a Metoděje360°

Chorraum mit Ferdinand Neumanns ursprünglichem Altar von 1898: Zwei kniende Engel beten den Tabernakel an. Vorn steht der neuere Altartisch aus Carrara-Marmor, seitlich leuchten die Glasmalereien.

Blick durch das Kapellenschiff zum Altar – Bodenfliesen mit schwarzem Raster, Tonnengewölbe und seitliche Bilder
Kapellenschiff: Altar und Glasmalereien stammen von 1898, Putz und Bodenfliesen vom Umbau 1924–1926. Die neueren seitlichen Bilder malte František Gajdušek, einer der Initiatoren der Wiedergründung von Matice Radhošťská 1994.
Seitenaltar mit Darstellung der Schmerzensmutter und Glasmalerei zum Tod des hl. Cyrill in Rom
Seitenaltar mit Pietà, der Schmerzensmutter. Das Fenster darüber zeigt den Tod des hl. Cyrill in Rom am 14.2.869.
Glasmalerei der hl. Ludmila in einem Seitenfenster der Kapelle
Glasmalerei der hl. Ludmila – eines von vier Fenstern mit Landespatronen
Geschnitztes dreieckiges Zeichen von Matice Radhošťská im Kapelleninneren
Geschnitztes Zeichen von Matice Radhošťská mit den hll. Cyrill und Method in der Kapelle
Termine auf dem Radhošť

Das Bergjahr: Wallfahrt, Messen und Neujahrsaufstieg

Hauptveranstaltung des Jahres

5.7.

jedes JahrFesttag der Slawenapostel – der belebteste Tag des Jahres auf dem Radhošť-Gipfel.

Die Wallfahrtsmesse bei der Kapelle findet seit der Weihe 1898 statt, immer am 5. Juli, dem Festtag Cyrills und Methods. Dasselbe Datum wurde bewusst auch für die Grundsteinweihe der Kapelle 1896 gewählt. Die Wallfahrt zieht Massen von beiden Bergseiten an und bestand auch während der Auflösung von Matice Radhošťská fort.

Weitere Termine im Jahr

Sa11:00 • Juli–Mitte September

Wallfahrtsmesse am Samstag

Messe jeden Samstag um 11 Uhr, ohne den Andrang der Hauptwallfahrt. Danach ist die Kapelle meist zu besichtigen.

1.1.Tradition der Neujahrsaufstiege

Neujahrsaufstieg zum Radhošť

Der erste Jahresausblick: Wanderer steigen gleich an Neujahr zum Gipfel. Die Kapelle ist meist zu, das Erlebnis ist der verschneite Kamm.

Na závěr

Doplňující info a test znalostí

Rychlá rekapitulace

Wie hoch ist der Radhošť?

Der Radhošť liegt auf 1.129 m ü. M. – der westlichste Tausender und der siebthöchste Berg der Mährisch-Schlesischen Beskiden.

Was steht auf dem Radhošť-Gipfel?

Hier stehen die Kapelle der hll. Cyrill und Method von 1898, Albín Polášeks bronzene Figurengruppe der Slawenapostel, ein Steinkreuz von 1805 und ein Fernsehsender.

Wie komme ich auf den Radhošť?

Meist zu Fuß über den Kamm ab Pustevny (etwa eine Stunde). Pustevny erreichen Sie mit der Sesselbahn ab Trojanovice-Ráztoka oder mit dem Bus. Mit dem Auto geht es nicht bis zum Gipfel.

Gibt es auf dem Radhošť Verpflegung und Toiletten?

Bei der Kapelle steht eine mobile Toilette. Essen und Getränke gibt es in Pustevny.

Wann ist die Kapelle auf dem Radhošť geöffnet?

Es gibt keine öffentlich zugesicherten regelmäßigen Öffnungszeiten. Der Zugang hängt vom Wetter und den Ehrenamtlichen von Matice Radhošťská ab. Der Gipfel lohnt auch bei geschlossener Kapelle. Ist sie geöffnet, ist bei günstigen Bedingungen meist auch der Aussichtspunkt im Glockenturm zugänglich.

Was verbindet den Radhošť mit Radegast?

Die Verbindung zwischen Radhošť, Radegast und dem Besuch Cyrills und Methods verbreitete eine barocke Legende. Jan Jiří Středovský hielt sie Anfang des 18. Jahrhunderts als Erster fest. Sie ist keine historische Quelle, schlug aber tiefe Wurzeln und inspirierte später die Kapelle und Polášeks Radegast-Statue.

Wer betreut die Kapelle?

Der ehrenamtliche Verein Matice Radhošťská kümmert sich um Pflege und Öffnung der Kapelle. Er wurde 1905 als Nachfolger des Bauausschusses gegründet. Seine Arbeit war 1951–1994 zwangsweise unterbrochen. Heute pflegt er auch die örtliche Cyrill-und-Method-Tradition.

Závěrečný kvíz

Otázka 1 z 6

Albín Polášeks bronzene Figurengruppe der hll. Cyrill und Method vor der Kapelle

Wer hielt die Legende von Cyrills und Methods Ankunft auf dem Radhošť als Erster fest?

RysíkRysík→

Ein Stück weiter oben ist ein Quiz, probieren wir es?

Nach ein paar Quiz bekomme ich eine Brille und fühle mich gebildet.

Quiz probieren

Ihr Rang: Neuling. Sie haben noch keinen Stempel. Besuchen Sie einen beliebigen Ort und werden Sie zum Pilger.

Die Beskiden und die Mährische Walachei erleben Sie mit Rysík und ohne ihn. Rysík möchte dabei sein. Ob Sie ihn mitnehmen und mit ihm die Aufgaben angehen, bleibt Ihnen überlassen.

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